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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
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256✋⁶geben. Aber das thun viele Menschen, ohne daßsie darum einen besondern Ruhm verdienten.Boas that mehr. Er unterstützte die Nothlei-denden auch auf die rechte Art. Auf dierechte Art wohlthun heißt erstens: seine Gaben nichtan Unwürdige verschwenden und dem Würdigern ent-ziehen. Boas theilte der Ruth besonders reichlichmit; aber er wußte es auch, in welchen Um-ständen sie lebte, wie gut sie sich aufführte und wiefleißig sie arbeitete. Es ist mir angesagt, sprach er,alles, was du gethan hast an deiner Schwieger-mutter nach deines Mannes Tode, daß du verlassenhast deinen Vater und deine Mutter und dein Vater-land und bist zu einem fremden Volke gezogen, ichweiß es, daß du ein tugendhaftes Weib bist und bistnicht nachgelaufen den Buben arm und reich. (Cap.2, 11. Cap. 3, 11.) Auf die rechte Art wohl-thun heißt zweytens, durch seine Wohlthaten Nie-manden von der Arbeit abbringen. Boas theilte derRuth von seiner Erndte mit und ließ sie an demTische der Seinigen speisen: aber er hielt sie wieeine von seinen Dienerinnen und ließ sie durch eigeneArbeit seine Gaben erwerben. Ach, wie mancherverfündigt sich durch seine vermeyntliche Wohlthätig-keit an denen, die er zu segnen glaubt! Wie oftverschwenden wir unsre Gaben an träge Müßiggän-ger, die wir besser anwenden könnten! Wie viele