3164wenig dürfen wir ihnen zu wenig Arbeit auflegen,weil für den Frohsinn und für den Charakter desMenschen nichts zuträglicher ist, als eine angemes-sene Beschäftigung, hingegen nichts gefährlicher, alsUnthätigkeit und Müßiggang. Wir müssen es nichtblos darauf anlegen, daß sie die Arbeit vollbringenund uns Dienste erweisen sollen, sondern wir müs-sen auch bedenken, daß wir dazu mitwirken sollen, sieauf die künftige Verwaltung ihres eigenen Hauswe-sens gebührlich vorzubereiten. Und darum müssenwir sie lehren, alle ihre Geschäfte richtig ansehen,regelmäßig anordnen, auf die gehörige Art undWeise vollbringen und bey der Vollbringung dersel-ben die Zeit sparen. Wir müssen sie anhalten, daßsie in allem, was sie thun, Ordnung und Pünct-lichkeit beweisen. Und alles dieses müssen wir mitWeisheit und Liebe thun. Wir müssen nicht daraufausgehen, es mit bloßer Gewalt, oder durch bloßesVorsagen, Ermahnen, Befehlen, Verbieten, Dro-hen und Strafen erzwingen zu wollen. Wer es mitseinen Dienern wirklich gut meynt, der belehrtsie nach ihren Fähigkeiten und Kräften über die Ge-schäfte des Hauswesens mit sanftmüthigem Geiste;er =giebt ihnen Rath, wie sie dies und jenes ambesten einrichten und zu Stande bringen können;er hält sie zurück, wo sie etwas verkehrt beginnen;er hilft ihnen bey dem, was sie noch nicht hinläng-
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