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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
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55250das mag wohl der erste Lohn für ihre Arbeit seyn,aber es ist nicht die wichtigste sondern die geringstePflicht, die wir gegen sie zu beweisen haben. Esist nicht genug, daß wir ihnen zuweilen eine Stun-de oder einen Tag der Erholung und des Vergnü-gens verstatten; dies thun wir leider oft genug zurUnzeit und zum Verderb. Es ist nicht genug, daßwir sie tadeln und schelten, wenn sie etwas versäumtoder unrecht gethan haben; dadurch mögen wir oftgenug den Schlimmen nur noch mehr verschlimmernund den Guten verderben. Darin besteht die Tu-gend eines Herrn nicht, daß er in die oft so thö-richten Gedanken und Wünsche seiner Diener wil-ligt, alle ihre Fehler und Unbesonnenheiten unge-rügt hingehen und sie nach Willkühr leben läßt.Wer wie Boas gegen seine Diener ein guterHerr seyn will, der muß vielmehr erstlich ihreArbeit mit Weisheit und Liebe lenken.Dazu gehört, daß wir sie keineswegs mit Arbeitund Sorge verschonen und Arbeit nicht für eineStrafe und Plage halten. Wir müssen sie vielmehrmit uns selbst in steter Thätigkeit und Beschäftigungzu erhalten bemüht seyn. Wir müssen darauf sehen,daß ihre Arbeit ihren Kräften und der Zeit, die siehaben, jedesmal angemessen sey. Wir müssen sienicht mit Arbeit überhäusen, weil dadurch Muth,Kraft und Frohsinn unterdrückt wird; aber eben so