23250lich verstehen, nach; er geht ihnen mit Rath undHülfe zur Seite und findet seine Lust daran, sie inallen häuslichen Verrichtungen immer geschikter undfertiger zu machen; mit einem Worte, er betrachtetund behandelt seine Diener nicht als seine Lastthiere,sondern als seine Gehülfen, die ihm in seiner Ar-beit die Hand bieten und dafür nicht blos auf Kostund Lohn, sondern auch auf eine ordentliche Anlei-tung zur Verwaltung des Hauswesens und auf Theil-nahme an dem häuslichen Glücke Anspruch machenkönnen. So meynte es auch der weise Sirach, derüberhaupt so viel Weises gesagt und geschrieben hat.Also sagt er: „halte deinen Knecht zur Arbeit,wenn du Ruhe haben willst; lässest du ihn müßiggehen, ſo will er Junker ſeyn. (Cap. 33, 26.) Le-ge keinem zu viel auf und halte Maaß in allenDingen. (Cap. 33, 30.) Er sagt aber auch in ei-ner andern Stelle: sey nicht ein Löwe in deinemHause und kein Wütherich gegen dein Gesinde.(Cap. 4, 35.) Vornehmlich wird aber zweytensvon einem guten Herrn auch das gefordert, daß erſeine Diener zu einer edlen Denkungs-art und zu einem guten Betragen ge-wöhne. Es darf ihm nicht genug seyn, daß diehäusliche Arbeit von ihnen ordentlich zu Stande ge-bracht werde, sondern er muß es auch darauf anle-gen, eine gute Gesinnung in ihnen zu befördern
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