229⸸malige Denkart brachte es so mit sich, daß sie einstilles eingezogenes Leben führten und nicht weit überdie Gränzen des Hauses, der Werkstätte oder desAckers hinauskamen; ihre Erholung und Freudesuchten sie nicht weit, sie bedurften dazu keine kost-spieligen, die Gedanken zerstreuenden und das Herzverwildernden Lustbarkeiten; sie fanden sie in ihrenRuhestunden, in häuslicher Fröhlichkeit, im Kreiseeiniger guten Freunde; sie schwärmten nicht so leicht-ſinnig mit ihren Gedanken, Wünſchen und Hoffnun-gen umher, sondern blieben mit ihrer Ueberlegungund Sorge bey den Obliegenheiten ihres Berufs;sie hatten nicht stets das Vergnügen und die Zer-ſtreuung im Sinne, ſondern ihr Hauptgedanke warihr häusliches Geschäft; sie suchten ihre Schönheitund ihre Ehre nicht in prächtigen Kleidern, nichtin Putz und Zierrath, sondern in einer guten Auf-führung und einem edeln Betragen. Zu einer sol-chen Zeit lebten Herrschaften und ihre Diener frey-lich leichter in erwünschter Harmonie, darum weildie Diener wirklich besser und häuslicher waren.Aber es waren auch einmal Zeiten — dies dür-fen wir uns auch nicht verbergen — wo die Herr-schaften gegen ihre Diener verständiger und bessersich betrugen, als viele heut zu Tage zu thun pfle-gen. Denn es ist nicht genug, daß wir unsern Un-tergebenen ihr ordentliches tägliches Brodt geben;
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