22855ist, daß beweiset euren Dienern, und bedenket,daß auch ihr einen Herrn im Himmel habet“. Solautet die Forderung der Religion an die Herrschaf-ten, nach dem vierten Capitel des Briefes Paulian die Colosser im 1sten Verse. Auch sie istleichter gesprochen als geübt. Das beweiset das übleVernehmen, welches leider so häufig zwischen Herr-schaften und ihren Untergebenen statt findet, wovondie Schuld doch wohl nicht einzig und allein auf dieDiener, so verderbt diese Menschenclasse unter demEinflusse von mancherley Zeitumständen auch gewor-den seyn mag, die Schuld fallen kann, sondernnur gar zu häufig auch ihren Vorgesetzten zugeschrie-ben werden muß.Einst war freylich eine Zeit, wo das Gesindenicht so sehr wie heut zu Tage der regelmäßigen Ar-beit abgeneigt und dem Vergnügen und der Eitelkeitergeben war. Die Diener des Hauses waren da-mals an ein einfacheres Leben gewöhnt; sie wußtennicht anders, als daß der Mensch zur Arbeit geboh-ren ſey, und dachten nicht anders, als daß auch ſiealle Tage, wie sie ihr tägliches Brodt äßen, soauch ihr tägliches Werk wirken müßten; sie hattenweniger Bedürfnisse und lebten in allen Stückenmäßiger; der Kreis ihrer Freunde und Bekanntenwar enger und so wurden sie weniger zu vielfachenZerstreuungen und Versäumnissen verleitet; die das
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