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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
214
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66214ne Kränkung, die uns unser Nächster, obwohl wires nicht verdienten, zufügt. Bald ist es Kummerüber unsre Kinder, wenn diese auch bey der gewis.senhaftesten Erziehung uns nicht gerathen wollen,sondern von den Verführungen der Welt hingerissenwerden. Bald ist es Furcht vor der Zukunft, wenndie Zeiten sich verschlimmern und Noth und Elendüberhand nimmt. Bald ist es der Tod, der unstheure Hausgenossen entreißt und uns in tiefe Trauerversetzt. Auch das Haus der Naemi und Ruth, die-ser guten edlen Menschen, blieb ja nicht verschont.Sie lebten mit sich selbst und mit einander in derschönsten Harmonie und doch wie manches Herzeleidtraf sie! Die Theurung vertrieb die Naemi mit ih-rem Gatten und ihren Söhnen aus dem Vaterlande.Im fremden Lande entriß ihr der Tod ihren Gattenund dann den einen Sohn nach dem andern. Ein-sam und mit ihrer Schwiegertochter allein mußte siein die Vaterstadt zurückkehren. Und jetzt konnte sienicht ohne Sorgen der Nahrung den Tagen ihresAlters entgegen sehen.Aber wohl uns, daß wir an ihrem Exempel ler-nen können, daß auch bey solchen Störungen deshäuslichen Glückes Friede und Ruhe des Herzensbestehen kann. Denn wir sehen es ja an ihnen,daß ihr häusliches Glück wohl gestört, aber nichtzerstört wird. Bey aller Trübsal, die sie erleiden,