195#Anblicke seines geführten unbefleckten Lebenswandelseine wahre Erholung und eine stärkende Erquickung;dieser Anblick lindert sein Leiden, die Rückerinne-rung an das vollbrachte Gute benimmt ihm gleich-sam einen Theil seines Schmerzes. Aber er, dersich nicht unschuldig weiß, muß seine Leiden ohnediese Linderung tragen; vielmehr quält ihn noch da-zu der Rückblick in sein vergangenes Leben, und dieErinnerung an die Untugenden, die er geübt, ver-ursachen ihm ein zwiefaches Leiden. Der „Gedankean Gott und Zukunft“ ist ihm dabey ein erschreckli-cher Gedanke. Seine Sünde schied ihn und seinenGott von einander; Ihm hätte er ähnlich werdensollen und er entfernte sich von ihm; Ihm hätte ersich wohlgefällig machen sollen und er achtete derGnade Gottes nicht: dies fühlt er nun, und in die-sem Gefühle hat er keinen Muth, froh zu Gottaufzuschauen, bey dem Gedanken an die künftigeWelt. O wie wohl wird dem Leidenden dagegen,wenn er seine Augen zu Gott aufschlägt, der seinesAngesichts Hülfe und sein Vater ist! welch ein Trostist es für ihn, daß er es sich selbst bewußt ist, erhabe dem Geiste seines Vaters im Himmel nicht wi-derstrebt! und wie erheitert wird seine Seele, wenner an die Zukunft gedenkt, wo Schmerz und Seuf-zen der Erde nicht mehr seyn wird. In dem Be-wustseyn, der Liebe seines Gottes nicht unwürdig zuN 2
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