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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
171
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#171unsre Tage unter einander erheitern, einander stetsliebreich beystehen mit Rath und That; wir wollenuns die Mühe, die unser Loos ist, einander niemalserschweren; wir wollen uns die kurze Lebenszeit, diewir hier mit einander in Freude und Leid, in Ar-beit und Ruhe zuzubringen haben und die wir durchLiebe und Freundlichkeit uns so sehr versüßen könn-ten, nicht durch ungütiges und unfreundliches We-sen einander verkümmern. Einstens,VII. auch diesen Gedanken lasset uns endlichnoch hinzudenken einstens, früh oder spät,trennt ja uns und die Unsrigen derTod! Die, denen wir hier Liebe bewiesen, unddie, die wir durch Unfreundlichkeit und Härte ge-kränkt haben, beyde gehen dann hinüber in eine an-dre Welt. Gott, wie müßte es uns nach ihrem Ab-schiede schmerzen, wenn uns unser Herz verklagte,daß wir an ihnen nicht gethan hätten, was wir zuthun schuldig waren. Lebenslänglich müßten wir unsdarüber Vorwürfe machen und könnten nie mit Ruheund Freude an die Abgeschiedenen denken, noch andie Tage, die wir mit und bey einander verlebten.Nun so müßten wir uns selbst anklagen nunsind sie nicht mehr hienieden, mein Gatte, meineGattinn, meine Kinder, meine Eltern, meine Vor-gesetzten, meine Untergebenen, nun sind sie nicht