5•5172mehr hienieden und können nicht mehr von mir ge-kränkt und gepeinigt werden, nun sind sie aus demunfreundlichen Leben hinweggenommen und könnensich freuen, daß ich sie nicht mehr kränken kann.Dort droben erholen sie sich nun von dem Leid, dasich ihnen durch meine Lieblosigkeit zufügte. Ach wa-rum wollte ich doch den leidenschaftlichen Regungenmeines Herzens nicht Gewalt anthun? warum be-mühte ich mich nicht, mich liebreicher zu beweisen?warum verkümmerte und verkürzte ich ihnen dochihr Leben? warum ließ ich es mir nicht eifriger an-gelegen seyn, ihnen ihr Leben angenehm zu machen?Denn hätte ich doch itzt noch den Trost, glauben zudürfen, daß sie meiner mit Liebe und Freude geden-ken. Und wenn wir uns einstens einmal wiederfin-den in jener Welt, Gott wie wird mir zu Mutheseyn, wenn ich die von mir hienieden gekränkten,gepeinigten Menschen wieder erblicke! Wie werdeich mich vor ihnen zu schämen haben! Wie werdeich mich selbst vor ihnen anklagen, wie es ihnenabbitten müssen, daß ich so unmenschlich und un-christlich gegen sie verfuhr! Wie werde ich es dannmit Reue und Leidwesen beklagen müssen, daß ichihnen ihr Leben so verbitterte! Wie niedergeschlagenund freudelos werde ich dann seyn, wenn ich dasdurch den Tod zerrissene Band wieder anknüpfe! —
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