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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
170
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170#Wenn ich für meine Arbeit und Sorge keine andreHülfe hätte, als erkaufte Hülfe von Fremden?Wenn meine Freude nur Fremde mit mir theilten?Wenn ich mein Kreutz allein tragen müßte? Wennich nach der Arbeit nicht anders als in lästiger Ein-samkeit, in ödem leerem Hause oder in der Zerstreu-ung unter Fremden ausruhen könnte! Wann ich soeinsam in der Arbeit, einsam auf dem Lager der Ru-he, einsam im Schmerz, einsam im Genusse derFreude, einsam bis ins Grab hinlebte und zuletztauch noch die Frucht meiner Arbeit und Sorge Frem-den hinterließe? O meine Freunde, wie vielentgienge uns dann an Glück, an Ruhe und Trost!Wer kann sich dieses einsamere Leben vorstellen, oh-ne bey sich selbst zu denken: nein, ich will lieberdieses Leben voll Sorge und Mühe im Kreise derMeinigen, als dieses traurige öde Leben für michallein! Und für wen haben nicht diese Gedanken et-was Erheiterndes! Wer kann mit solchen Gedankenseine Hausgenossen anblicken, ohne sich selbst zu er-muntern: nun, ich will auch gegen diese meine häus-lichen Freunde, ohne die ich so vieles nicht hätte undnicht wäre, sanftmüthig, geduldig, freundlich, gü-tig seyn! es müßte ihnen ja wehe thun, wenn ichhart und bitter und störrig gegen sie wäre; ich willihnen Liebe und Theilnahme beweisen, damit sie auchgegen mich Liebe empfinden können; wir wollen uns