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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
158
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158-4und Temperament uns leicht zur Härte und Lieblo-sigkeit verleiten, so dürfen wir nicht uns selbst dasWort reden und unsre Fehler mit unsern natürlichenNeigungen entschuldigen wollen, sondern dann müs-sen wir vielmehr aus allen Kräften bemüht seyn,das Böse zu überwinden mit Gutem. Wir müssenuns selbst Gewalt anthun und dies ist das dritteHülfsmittel zur Beförderung eines liebreichen We-sens wir müssen uns selbst Gewalt an-thun und uns in der Selbstbeherrschunggeflissentlich üben. Sie sind uns ja wohl be-kannt die Feinde des liebreichen Sinns, die wir zubekämpfen haben, Selbstsucht und EigennutzArgwohn und Misgunst, Ehrgeitz und Herrschsucht,Habsucht und Geitz. So lange diese in uns dieOberhand haben, kann nicht wahre Liebe undFreundlichkeit in uns wohnen. Denn diese haltenunser Gemüth in einer beständigen Unruhe und ver-engen unser Herz; wer von ihnen besessen ist, hates gar zu sehr mit sich selbst zu thun, als daß erdenen, die um ihn sind, viel Theilnahme beweisenkönnte; er fühlt seine Gemüth gar zu sehr vonSorgen, Wünschen, Begierden, Entwürfen, Be-fuͤrchtungen und Hofnungen belästigt, als daß ernicht bald durch diese, bald durch jene Unannehm-lichkeit, die ihm aufstößt, unwilligt gemach wer-den, und die ruhige Fassung, das heitre liebreiche