0•059Wesen gegen die, die um ihn sind, verliehren sollte.Die Liebe kann nur im Herzen desjenigen statt fin-den, der an Andern Freude hat und an dem Schick-sale Anderer aufrichtig Theil nimmt: folglich nichtin dem Herzen des Selbstsüchtigen und Eigennützi-gen, denn dieser denkt nur an sich selbst; und nichtin dem Herzen des Argwöhnischen und Misgünsti-gen, denn dieser spürt an denen, die ihn umgeben,nur Böses aus und gönnt ihnen kein Glück; undnicht in dem Herzen des Ehrgeitzigen und Herrsch-süchtigen, denn dieser bläht sich auf und erhebt sichübermüthig; und nicht in dem Herzen des Habsüch-tigen und Geitzigen, denn dieser liebt nur sein Haabund Gut. Soll darum ein liebreiches Wesen beyuns herrschend werden, so müssen wir dazu vorerstden Grund legen, oder vielmehr den Boden berei-ten, worauf dazu der Grund gelegt werden kann.Und dies geschieht dadurch, daß wir jenen bösen Lei-denschaften Gewalt anthun und alles anwenden, sieauszurotten, um über die Regungen unsers HerzensHerr zu werden. Um es aber zu dieser Herrschaftüber sich selbst zu bringen, bedarf esIV. fast nur des guten Willens, des ernst-lichen festen Vorsatzes, und dieser sey unsdaher als das vierte Beförderungsmittel des liebrei-chen Wesens empfohlen. Es weiß Niemand, als
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