⸸155thuende Theilnahme und Hülfe erfährt, sondern auchvon ihnen ermuntert, getröstet und erheitert wird.Es erleichtert uns die häusliche Arbeit, indem lieb-reiche Menschen ihre Lasten gemeinschaftlich tragen,ſich einander Muth und Freudigkeit, einflößen undsich, wo es noth thut, stets mit Rath und Hülfezur Hand gehen. Es befördert die häusliche Tu-gend, indem das Gute nirgends, so leicht Wurzelschlägt, als in dem Herzen eines liebreich gesinntenMenschen, und das Böse nirgend mehr Widerstandfindet, als wo Menſchen mit verbundenen Herzenauf der Bahn der Liebe, die des Gesetzes Erfüllungist; wandeln. Und wo gedeiht die Erziehung besserals in den Häusern derer, die sich unter einanderliebreich begegnen, Sanftmuth, Freundlichkeit, Nach-sicht und Theilnahme beweisen. Denket euch dage-gen ein Haus, — ihr werdet dergleichen ja aus ei-gener. Erfahrung kennen — ein Haus, worin es aneinem solchen Sinne und Betragen gebricht. Wiegebricht es da auch an wahrer Freude! Man hatkeine Lust froh zu seyn und kann, wenn Andre esſind, ſich nicht mitfreuen. Man begegnet ſich mitVerdrießlichkeit und sucht überall Anlaß zum Unwil-len. Wenn man leidet, ſo muß man lange ſuchenund sucht oft sogar vergebens, um einen theilneh-menden Blick, ein theilnehmendes Herz zu finden!Man quält sich untereinander durch Kälte und Gleich-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten