24254gültigkeit, durch unfreundliche Worte und bitternTadel. Man sorgt und arbeitet, ohne seiner Ar-keit froh zu werden, die Sorge wird zur Plage,die Arbeit zur Marter. Man reitzt sich gegenseitigzum Ausbruche feindseliger Leidenschaften, verstimmtsich den Sinn und verdirbt sich das Herz. Die ar-me Jugend siehts und hörts, verliehrt Liebe undZutrauen, entfernt sich mit dem Herzen von denen,die sie erziehen, und wird für mancherley Unartenund böse Gesinnungen empfänglich. Beweiset nichtdies alles die Erfahrung aufs deutlichste, meineFreunde? und wenn wir diese Erfahrung vor unshaben, wenn wir es mit Augen sehen, wie vieldas liebreiche Wesen zur Beförderung des häusli-chen Glücks beyträgt und wie sehr das Glück deshäuslichen Lebens dagegen leidet, da wo es daranfehlt, sollte dann nicht schon die bloße lebhafteVorstellung davon uns vermögen, alles aufzu-bieten, um uns einen solchen Sinn und ein solchesBetragen zu eigen zu machen? So schön, vortref-lich und beglückend sollten wir uns etwas vorstellenkönnen, ohne es unsers Wunsches und Bestrebenswerth zu finden? Mir wenigstens dünkt es so, daßman sich das liebreiche Wesen nach seinen schönenAeusserungen und nach seiner beglückenden Kraft nurrecht lebhaft zu denken brauche, um sein Herz so-gleich dafür gestimmt zu fühlen. Und darum sehe
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