111der Schicksale zu berechnen, Entwürfe für sein Glückzu machen und vielen Menschen wohlthätig zu wer-den: aber wie leicht kann er bey aller Einsicht undKenntniß sich irren, wie leicht können seine Erwar-tungen fehlschlagen, wie leicht kann er sich und An-dre aus dem höchsten Wohlstande in tiefes Elendstürzen. Es mag dem Lehrer immerhin eine Freudeseyn, den Saamen der Wahrheit auszustreuen unddas geistige Leben der Menschen vor dem Verderbenzu bewahren: aber wie oft wird er veranlaßt zuglauben, daß der ausgestreute Saamen vom Windeverweht oder auf den Felsen gefallen sey; wie oftmag er mit Wehmuth auf seinen Acker blicken undgern mit dem frohern Tagelöhner tauschen, demnicht so leicht die Erndte misräth. Es mag demAckersmann immerhin eine Freude seyn, beym heiternFrühlingswetter sein Feld zu bestellen, in frischerLuft täglich den Segen Gottes einzuathmen, an denTagen der Ruhe die fröhliche Saat grünen und blü-hen zu sehen, in den köstlichen Tagen des Herbstesunter fröhlichem Jubel die Gaben des Himmels zuerndten: aber wie bemüht und plagt sich auch derAckersmann für diese Freuden seines Standes; wiemancher Tropfen Schweisses rinnt auch von seinerglühenden Stirne auf seinen Acker; wie manchmalmuß er „auch Frost und Hitze, Wind und Wettererdulden; und wäre er auch der reiche Boas, mit
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