11294wie vieler Sorge und Furcht steht er doch oft desZeit der Erndte entgegen; wie manches unbilligeUrtheil, wie manche harte Behandlung, wie man-che beleidigende Geringschätzung muß er sich auch oftgefallen lassen, — Allein in jugendlicher Unerfahren-heit, nicht wahr Freunde, wer denkt da wohl,wenn er einen Beruf und Stand sich erwählt, analle die Beschwerden und Unannehmlichkeiten, die ermit sich führt? Wer berechnet da neben den Freu-den die Last, neben dem Angenehmen die Schwie-rigkeiten, neben dem Gewinn den Verlust? Woherhätten wir den Ernst, die Erfahrung, die Ueberle-gung, an alles das zu denken, was uns einst be-schwerlich werden und wehe thun könnte. Und dochist es so nöthig, daß wir uns auf dies alles gefaßtmachen, wenn wir nicht einst unsre vereitelten Er-wartungen, unsre getäuschten Hoffnungen beweinenund unter unsern täglichen Berufsarbeiten seufzenwollen. Lasset uns doch weise seyn. Lasset uns dochdas Leben von seiner ernstern Seite ansehen undrecht ausdrücklich auch auf die Unannehmlichkeitenund Beschwerden des Standes merken, dem wiruns widmen, damit uns diese nicht unvermutheterscheinen und uns um unsre Freude bringen.O höret es doch ihr Jünglinge, die ihr noch inden Jahren der Vorbereitung lebet! Wollet ihr einestens euer tägliches Werk mit Freudigkeit wirken,
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