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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
109
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1094hält man werth, den Ungeſchickten Niemand begehrt;ſein Werk gelingt nicht, der Beyfall ſeiner Neben-menschen wird ihm nicht; mit seinem Fortkommengeräth es nicht: wie könnte er mit Freudigkeit seinTagewerk wirken? So ergehts dem Kaufmann, dersein Fach nicht kennt; er ist unbekannt mit der La-ge der Dinge; seine Plane scheitern, weil sie nichtauf die Umstände der Zeit berechnet sind; seine Hof-nungen werden vereitelt; sein Gewinn ist gering,seyn Verlust ist groß: wie könnte er Freude habenan seinem Werke? So ergehts dem Ackersmann,der sich auf seinen Acker und dessen Behandlung nichtversteht; seine Saat steht schlecht; sein Getraidemisräth; er sieht mit Befremden die Saat seineskenntnißreichern Nachbarn in Pracht und Herrlich-keit; alle seine Arbeit dünkt ihm vergeblich: wiekönnte er seines Berufs sich freuen! O wie Vieleseufzen unter ihrer mislingenden Arbeit, darum weilsie ihr nicht gewachsen sind, weil sie sie nicht hin-reichend kennen, weil sie in einem Berufe stehen,für den sie nicht die rechten Arbeiter sind und der fürsie nicht die rechte Arbeit ist. Wie froh dagegenwirkt aber derjenige, der mit den nöthigen Kennt-nissen und Geschicklichkeiten zu seinem Berufe ausge-rüstet, zu den Arbeiten, die ihm derselbe auflegt,tüchtig ist! Ihm sind diese Arbeiten nicht zu schwer;sie gehen nicht über seine Kräfte; er bringt sie or-