82#ſet uns Sorge tragen, dem kuͤnftigen Menſchenge-schlechte, welches wir erziehen, nicht so viele über-flüssige Bedürfnisse anzugewöhnen. Lasset uns beyallen Bedürfnissen, die wir unsern Kindern ange-wöhnen wollen, immer zuvor bedenken, ob sieauch wohl inskünftige ganz gewiß und immer in derLage leben werden, sie befriedigen zu können. Las-set uns in der Erziehung derselben alles Erkünstelte,allen üppigen Zierrath, alle Kostbarkeit, alle Pracht,alles Ueberflüssige vermeiden. Lasset uns dem Winkeder Natur folgen: ſehet, die Kinder ſind vergnügt,wenn ihr Hunger und Durst, wäre es auch nurmit Wasser und Brodt, gestillt ist, wenn sie aufeine ihren Kräften und Fähigkeiten angemessene Artbeschäftigt sind, wenn sie ermüdet von ihrer Be-schäftigung ruhig um sich her blicken und an demschönen Himmel und der schönen Erde sich erlabenkönnen, wenn sie zu ihren Gespielen freundliche guteKinder haben; keine Koſtbarkeiten, keine großenUmstände, keine erkünstelten Freuden bedürfen sie,um vergnügt und froh zu seyn. Lasset uns durchLehre und Beyſpiel verkündigen, daß der Menſchum so vergnügter lebt, je unabhängiger er vonsinnlichen Lüsten und Begierden ist, je weniger erbedarf und je ruhigern Gemüths er ſein Werk wir-ken und der Zukunft entgegen sehen kann. Nichteher, als bis wir zu dieser Einfalt des Lebens
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