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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
81
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81hat sich dadurch vermindert. Wir haben daswissen wir ja wohl zu gut aus eigener Erfahrungwir haben zu viel zu sorgen, zuviel zn arbeiten;es wird uns zu schwer, unsre Bedürfnisse zu befrie-digen; wir sind von Sorgen und Arbeiten so über-laden, daß wir kaum einen andern Gedanken hegenkönnen, als den Gedanken an unser und der Unsri-gen Fortkommen. Die Heiterkeit unsers Geisteswird dadurch getrübt und der Sinn für die Freudewird erstickt. Auch ist die Freude, da wir sie aufdem Wege der Natur und Einfalt nicht mehr su-chen, zu schwer zu finden und zu kostspielig, alsdaß wir oft zu ihrem Genusse gelangen könnten,ohne uns in neue Sorgen und Plagen zu bringen.Und ist es wohl zu verwundern, daß unter diesemDruck und Drang unser Gemüth eine verkehrteStimmung annimmt und selbst unser Charakter sichleicht verschlimmert? Mürrisches, verdrießliches We-sen, Unfreundlichkeit, Neid, Misgunst, Habsucht,Geitz, Menſchenſcheu, Feindſeligkeit, das ſind dieFehler, die in dem Herzen eines von den übermä-ßigen Bedürfnissen und Sorgen des Lebens gequäl-ten Menschen so leicht erwachsen, das sind Fehler,an welchen deswegen unser Zeitalter so vorzüglichkrank ist. O lasset uns doch zurückkehren zu derköstlichen Einfalt des Lebens, die sich mit Wenigembegnügt und leicht Ruhe und Freude findet. Las-Th. II.