Druckschrift 
Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

8095nern halten kann, geht doch selbst mit auf denAcker. Obwohl er seinen Dienern die Tafel reich-lich besetzen kann, läßt er ihnen doch nur ein ein-faches Mahl von geröstetem Brodte und Essig berei-ten. Seine Freude ist, sein Haus- und Ackerwesenin Ordnung sehen, und wenn er von der Tagesar-beit ermüdet ist, legt er sich hinter einen Garben-haufen nieder. Gedenket auch nur an die einfacheLebensweise unsrer eigenen Vorfahren. Es bedurftenicht Viel für ihr Fortkommen. Eine einfache Spei-se, die sie sich selbst erzogen und bereitet hatten,reichte hin, sie zu ernähren. Wenige einfacheKleider, die sie sich größtentheils selbst erarbeitetund verfertigt hatten, reichten hin, sie zu bedeckenund zu schmücken. Bequemer war ihr Leben, da-rum weil sie weniger Bedürfnisse und Arbeit hatten.Sie konnten fröhlicher seyn, weil sie weniger Sor-ge quälte. Wer sich erholen und ergötzen wollte, derwandelte am heiligen Tage nach gehaltener Andachtüber Feld und Flur und beschaute seiner Hände Ar-beit und den Segen Gottes, oder genoß mit Freun,.den und Bekannten ein einfaches Mahl.Was ist aber die Folge davon, daß wir von die-sem Wege der Natur, von dieser Einfalt des Lebensabgewichen sind! Leider ist es die; daß der Menschwegen seiner vervielfältigten Bedürfnisse nicht mehrso leicht vergnügt seyn kann; das Glück seines Lebens