5478nungen und Thätigkeiten mit einander übereinstim-men; wenn aus allem, was er denkt und thut,ein wohlgeordnetes Ganze, eine schöne Harmoniehervorgeht, oder mit andern Worten, wenn er inseinem Leben und Charakter natürlich bleibt, denndie Natur ist ungekünstelt, offen, und die edleEinfalt ſelbſt. Aber es wird nöthig ſeyn, daß wiruns diese Einfalt, diese Natürlichkeit zergliedernund in ihren verschiedenen Theilen betrachten.I. Es giebt fürs erste eine Einfalt in denBedürfnissen des Lebens. Ist es doch,als kännte man diese heut zu Tage kaum dem Na-men nach. Wie viel und wie mancherley brauchtjetzt ein Mensch für Nahrung und Kleidung!Wie viele Kunſt bedarf es, um ſie herbeyzuſchaffenund einzurichten! Wie ſchwer haͤlt es, die Tafeleines reichen Mannes zu besetzen und ihm seinenKörper und sein Haus zu schmücken! Wie vieleHände müssen geschäftig seyn, damit er nur diese erstenBedürfnisse befriedigen könne! Nicht sein Haus undHof, nicht sein Garten und Acker, nicht sein Dorf,ſeine Stadt reicht hin, um ihm das Nöthige dazuzu liefern. Da kann er eine große Fülle und Ueber-fluß erblicken und noch spricht er: was werden wiressen, was werden wir trinken, womit sollen wiruns kleiden? Die entferntesten Länder der Erde
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