⁵⁵74de, die Kreise fröhlicher Gesellschaften; und unbe-friedigt, ja ermüdet von der lästigen Freude, keh-ren wir zum mühsamen Tagewerke zurück. Wirfliehen zu unsern Freunden; und nur gar zu oftfinden wir sogar diese kalt, gleichgültig und herzlos.Wir bitten und empfangen nicht; wir suchen undfinden nicht; wir klopfen an und es wird uns nichtaufgethan. Das ist eine sehr seltene Erscheinung,wenn einmal hie oder da einer aus vollem Herzenund mit freudiger Seele sagen kann: „sehet mich„an! ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit„gehabt, und habe großen Trost gefunden.“ (Si-„rach LI, 35.)Ist es aber nicht, als käme man auf einmal ineine andre Welt, wenn man, nach diesen Erfah-rungen aus unserm gewöhnlichen Leben, einen Blickin unser Buch Ruth wirft? Gott, was für eineGemüthsruhe, was für ein stiller Frohsinn herrschthier neben der größten Thätigkeit bey allen Perso-nen dieser Familiengeschichte! Sie stehen alle in Ar-beit; und wirken ihre Arbeit mit Freude! Sie ge-nießen nach der Arbeit der Ruhe; und die Ruheist erquickend für sie! Sie feyern fröhliche Feste;und die Freude findet Raum in ihrem Herzen! Sieerfahren die Sorgen, Kümmernisse und Widerwär-tigkeiten des Lebens, wie wir; und der Friede Got-tes weicht nimmer von ihnen! Woher kömmt es doch,
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