9434und die Linke nicht wissen läßt, was die Rechte thut;der Recht und Gerechtigkeit übt; der seinem Haus-wesen weise vorsteht; der seine Diener zur Arbeit-samkeit, Menschenfreundlichkeit und Sittsamkeit an-hält; der die Unschuld in Ehren läßt und mit stren-ger Gewissenhaftigkeit ohne Wandel einhergeht. —Sehet doch, Freunde, in diesem verderbten undgefährlichen Zeitalter, welche Menschen! welche Tu-genden! Gerechtigkeit, Wohlwollen, Freundschaft,Liebe, Arbeitsamkeit, Sittsamkeit, Wohlthätigkeit,Selbstverläugnung, Unschuld, Demuth, stiller Sinn— das alles erblicken wir hier in seiner schönstenWürde, hier unter dem wildesten, rohesten, gottes-vergessensten Volke. — Und bestätigt nicht die Ge-ſchichte eines jeden andern verderbten, und gefährli-chen Zeitalters diese Erfahrung? In welcher Zeitder Thorheit läßt nicht die Weisheit ihre Stimmeund oft mächtig hören? In welcher Zeit der Laster-liebe hat nicht auch die Tugend ihre Tempel undihre Anbeter? In welcher Zeit der Verfinſterungſcheint nicht auch hie und da ein Licht? In welchereit des Blutvergießens leben nicht auch friedlichge-ſinnte liebevolle Menſchen? In welcher Zeit desBaalsdienstes bewahrt sich nicht Gott Menschen zuTausenden auf, die ihre Kniee vor den Götzen nichtbeugen? —..
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