506⸸wäre, und alle Geistesgegenwart verlohren hätte,da gehet er ruhig vor seinen verzagten Jüngernher und fährt fort, eben so gelassen und eifrig,wie sonst, die Geschäfte seines Berufs zu verrichten.Sehet ihn unter den Augen seiner Verfolger, erhört ihr wildes Geschrey: kreutzige ihn, kreutzigeihn! aber da ist er eben so wenig vor Traurigkeitausser sich, als er es auf der Hochzeit zu Kana vorFreude war. Sehet ihn im Saale des Hohen-priesters, wo man seinen Tod beschließt, sehet ihnim Richthause des Pilatus, wo man ihn verur-theilt: da ist er eben so wenig niedergeschlagen,als auf dem Berge Tabor, wo sein Antlitz leuchte-te, wie die Sonne. Sehet ihn unter den Schmer-zen der Kreutzigung; da gedenkt er seiner verlassenenMutter noch mit eben dem kindlich überlegendenHerzen, als säße er in der Hütte zu Nazereth. —O welche bewundernswürdige Größe! Sey von unsgepriesen du Mann von Nazareth! sey gepriesendu Held aus Juda!.1.60V. Eben diesen Helden nennen wir nach un-serm Texte fünftens auch Ewig=Vater. Er selbstnannte sich den Menschensohn, unsern Bruder. O,Freunde, laßt uns Ihn nur Vater nennen. Denner hat uns höhere Weisheit gelehrt, als ein Bruderdem andern lehren kann. Er hat uns geliebet mit.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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306
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