045•0Volk entzog. Die Hohenpriester haßten ihn, weilſie im Glanze ſeiner Lehre und ſeines Exempels nachihrer entehrenden Blöße erschienen, und weil erihnen mit ihren täuschenden Aussenwerken alles An-sehen benahm. Die Vornehmen im Volke verbau-den sich mit jenen, und trachteten ihm nach, daßsie ihn umbrächten, weil sie befürchteten, es möch-ten die durch seine Lehre Erleuchteten keine Lust mehrbehalten, sich vor ihren Häusern und vor ihrenKleidern zu demüthigen. Seine Jünger, auf dieer sich bey der Ausführung seines Werks so vielverlassen mußte, konnten seinen hohen Sinn schwer-lich fassen, waren schwach und der Eine sogar treu-los und ein Verräther. Wahrlich, es war Helden-sinn, daß er sich durch diese und durch viele andreSchwierigkeiten nicht abschrecken ließ, sondern den-selben, je größer sie wurden, desto mehr Muth ent-gegensetzte; Heldensinn war es, daß er sogar dieempfindlichsten Körper- und Geistesleiden, ja denschmählichsten Tod erduldete, ohne sein wohlthätigesWerk aus den Augen zu verliehren. — Und ertruger nicht diese Leiden und diesen Tod mitGeduld und Standhaftigkeit? Ja, blieber sich nicht, bey aller Zartheit seinerSeele, unter allen Umständen des Le-bens an Ruhe und Heiterkeit gleich?Wenn wir von Natur oder durch eine verwahrlösete
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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304
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