28⁵⁶Ach, dem Menschenfreunde blutet das Herz, wenner beym Anblick einer noch blühenden Jugend denkt,daß auch diese noch, sich selbst zum Verderben undden Ihrigen zum Jammer, alt werden könne vor derZeit! Er möchte es allen Eltern laut und mächtigaus Herz rufen: gehet doch mit euren Kindern denWeg der Natur, und erziehet sie nicht zu etwas, wo-zu Gott sie nicht will erzogen haben!Dieser Zuruf ergehe auch an euch, geliebten FreundelIch bitte euch, bey dem Wohle eurer Kinder, bey denguten Hofnungen, die ihr von ihnen heget, bitte icheuch, nehmet diesen Zuruf, wie die angestellten Betrachetungen, die er für heute beschließt, mit ernster Ueber-legung auf! Denket der großen heiligen Angelegen-heit weiter nach und erlebet, das wünsche ich euch,wie mir, erlebet Freude an unverdorbenen Kindern!„Du, der Herr des großen Gartens, walte über„uns und über denen, die du uns zur Pflege anver-„ krauet hast, mit deinem guten Geiste! Leite unser„Nachdenken und unsre Bemühungen, daß die Un-„mündigen, die wir erziehen, unter einer weisen„Pflege, aufwachsen als Pflanzen der Tugend, zur„rechten Zeit blühen in Unschuld, und einst, wann sie„zur Einsicht und Kraft gereift sind, gute Früchte„der Weisheit und Rechtschaffenheit bringen! Dei-„ner Obhut empfehlen wir sie! Erhalte sie früh„und spät, im Alter wie in der Jugend, bey dem
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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285
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