70✋⁰sind! Von denen will ich nichts sagen, die durchThorheit, Grobheit und Unsittlichkeit zu glänzen undsich dadurch vor Andern auszuzeichnen suchen, daßsie roher denken und roher leben! Aber saget, Fr.,bemerket ihr nicht, daß ich mit der Schilderung, dieich eben jetzt entwerfe, Viele, sehe Viele von unsernZeitgenossen treffe? Dünkt es euch nicht, als känntetihr selbst solcher Menschen nicht Wenige, die auf diebeschriebene und auf mancherley andre Weise sich her-vorzuthun und zu glänzen suchen? Beklaget ihr esnicht mit mir, daß dieses Erheben über seine wahreinnere Würde, über sein Vermögen, über seinenStand, daß diese Sucht zu glänzen eine herrschendeKrankheit geworden ist, von der unsre Kinder nurgar zu früh mitbefallen werden? Betrauret ihr esnicht mit mir, daß auch eben um dieser Krankheitwillen das gegenwärtige Zeitalter für unsre Kinderein gefährliches Zeitalter ist? Ja wahrlich ein ge-fährliches! denn Sucht zu glänzen verführt zur Falsch-heit und Verstellung, ja ist schon Betrug selbst. Weretwas scheint, was er nicht ist, der betrügt die Men-ſchen; wem es nur um Schein und Glanz zu thunist, der hat schon eine kleinliche Denkungsart undwird zu einer noch kleinlichern geneigt; wer es nurdarauf anlegt, für das, was er zeigt und thut, Ehreeinzuerndten, der macht sich eben dadurch aller Ehreunwürdig; wer nur schimmern, blenden, täuschen
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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270
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