24250und ihr Glück darin suchen, mit standhaftem SinneTugend zu üben und mit menschenfreundlicher Seelewohlzuthun. Welch eine Freude, welch eine Hof-nung, daß sie einst mächtig über uns herwachsen,uns in allem Guten und Vollkommenen übertreffenund es noch besser machen werden in der Welt, alswir! — — Doch, wohin rede ich! Werden denn dieseguten Pflanzen unsers schönen Gartens gewißlich alleanwachsen? aufblühen? Früchte tragen? Es könntesie ja die Sonnenhitze versengen! es könnte sie jaein Hagelschlag zerschmettern! es könnte ja der Muth.wille und die Bosheit des Pöbels sie zertreten, aus-reissen! Ist es denn so ausgemacht, daß unsre blü-hende Jugend in der Hitze der Versuchung, im Un-gewitter des Unglücks, und gegen die verführerischenLockungen böser Buben werde bewahret bleiben vorSchande und Sünde? Ist es denn so ausgemacht,daß diese unsre Kinder einst so edle Jünglinge, sounschuldige Jungfrauen seyn und zu so treflichenMenschen erwachsen werden? Ist es denn so ausge-macht, daß einst beym Anblick der Unfrigen, Freudeund Wonne unser Theil seyn wird? — — Nein,nein! eine solche Kühnheit im Hoffen geziemt sichfür uns nicht! Ich sehe es euch an, ihr Väter undMütter, ihr seyd hier auch nicht ohne manche Be-sorgniß erschienen an diesem Tage des Festes. Ichauch nicht. Denn unsre mit Recht gepriesene Zeit
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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242
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