28⸸⁵daß wir Alle in Gottes Gewalt sind, daß wir Alleeinerley Würde zu erstreben, einerley Weg zu gehen,einerley zu hoffen und zu fürchten haben. — DieHand aufs Herz, Geliebte! .. Wir können es nir-gends deutlicher erkennen und stärker fühlen, wieweit wir manchmal von dem wahren Sinne Jesuentfernt bleiben, als bey dem heiligen Abendmahle,diesem Mahle der Liebe. Lasset es uns doch einmalerwägen, wie wenig wir oft in der Liebe ihm gleich-kommen. Wenn wir oft so gleichgültig gegen unsernNächsten sind, als gienge er uns gar nicht an: wassind wir dann gegen Ihn, dem jeder Mensch theuerund werth war? Wenn wir oft so verächtlich aufunsern Nächsten herabblicken, als wäre er keiner Ach-tung werth: was sind wir dann gegen Ihn, demZachäus so ehrenwerth war, wie Herodes? Wennwir oft so ungeneigt sind, denen, die uns beleidigten,die Hand der Versöhnung zu bieten: was sind wirdann gegen Ihn, der für seine Feinde betete? Wennwir noch Lust haben, Böses mit Bösem zu vergel-ten und an denen, die uns kränkten, Rache zu üben:was sind wir dann gegen Ihn, der da segnete die,die ihm fluchten und wohlthat denen, die ihn haßten?Wenn wir noch oft so tadelſüchtig sind und die Fehlerunsrer Nebenmenschen mit bittrer Strenge richten:was sind wir dann gegen Ihn, der so gern Fehlerübersah, so gern Sünden vergab? Wenn wir noch
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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228
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