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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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211
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211*vorkommen? Gewiß würde es ihn zuvör-derst befremden, daß man sich bey dieser Feyer gradedes Brodts und Weins und solcher harten Worte:das ist mein Leib! das ist mein Blut! hingegeben zurVergebung der Sünden! bedient. Dann aber wür-de er auch nicht wenig erstaunen, wenn er bey nähererNachforschung den Sinn Vieler von denen gewahrwürde, die an der Feyer dieser Stiftung theilnehmen.Wie, so würde er unstreitig denken, wie verstehe ichdas? diese Feyerlichkeit zum Andenken eines großenwohlthätigen Lehrers, diese Menschen Alle seineJünger, seine erleuchteten und beglückten Jünger,und doch sectenweise getrennt, um der verschiedenenErklärung eines Wörtchens willen in Partheyen ge-theilt, die rechthaberisch und bitter gegen einanderzu Werke zu gehen ſcheinen? Wie verſtehe ichdas, daß man sich hier durch den Genuß desBrodts und Weins Vergebung begangener Sün-den von Gott zu erwerben sucht? kann man dennhier zu Lande Sündenſchulden durch fromme Ge-bräuche bezahlen, Mängel und Gebrechen des Geistesund Herzens durch Ceremonien tilgen? Wie ver-stehe ich das, daß an diesem Altare zur Feyer diesesFestes Personen erscheinen, um ihre Gesundheit zustärken und gegen bevorstehende Noth und SchmerzenSchutz zu suchen? ist dieses Brodt, ist dieser Weinetwa ein Zaubermittel? Wie verſtehe ich das, daßO 2