19444lauter in ihrem Inhalte, oder zu matt und geschmack-los an Ausdruck und Sprache? Wird etwa durchden Gesang, durch die Musik, durch die religiösenHandlüngen oder wodurch sonst das Gefühl der heuti-gen gebildetern Welt beleidigt? Stößt man sich etwaan diesen und jenen Behauptungen, welche von denKanzeln pflegen vorgetragen zu werdeFindet manin den öffentlichen Vorträgen etwa zu wenig wahreBelehrung für den Verstand, zu wenig edlere Nah-rung für das Herz, zu wenig auf das tägliche LebenAnwendbares? Traut man etwa den öffentlichenReligionslehrern zu wenig Einsicht, um wirklich be-lehren, zu wenig Menschenkunde, um zweckmäßigbelehren, zu wenig Erfahrung, um anwendbar beleh-ren, zu wenig Wahrheitsliebe und Freymüthigkeit zu,um nach Ueberzeugung und ehrlich belehren zu können?Oder ist das seit den Zeiten unserer Vorfahren erwach-sene neue Menschengeschlecht zu unempfänglich für dieReligion? Wird etwa heut zu Tage unser Verstandzu wenig gründlich gebildet, um den Inhalt der öffent-lichen Vorträge im Zusammenhange fassen und sieinteressant finden zu können? Bringen wir etwa zuwenig Vorkenntnisse mit in den Tempel, sind unsdie Vorträge vielleicht darum unverständlich? Sinddie Gemüther etwa von andern Gedanken, Empfin-dungen und Sorgen zu voll, und können wir etwa darumden religiösen Gedanken, Empfindungen und Sorgen4
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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194
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