181⁵⁹nen keine Mühe zu sauer, keine Aufopferung zu hart.keine Verfolgung zu schwer, wenn es darauf ankam,ihre Gewissensfreyheit zu behaupten und freye Reli-gionsübung zu erkämpfen! was für ein Heldensinnwar das, als unsre Vorfahren, ja als Bürger hiesi-ger Stadt vor zwey hundert acht und dreyßig Jahren(1564) jener Commission, die ihre Religionsfreyheitunterdrücken sollte, die Erklärung gaben: „Gutund Blut wollten sie lassen, aber von Gottes Wortkönnten sie nicht abweichen; vier Pforten hätten siean ihrer Stadt, die wollten sie öfnen und mit Freden ausziehen, wohin man sie führen wollte und siegehen könnten, aber um des Evangeliums willen woll-ten sie sich wie Schaafe schlachten lassen, denn manmüsse Gott mehr gehorchen, als den Menschen!“ —Ist es doch, wird Mancher denken, als ob man jetztgar nicht mehr wüßte, was Eifer für die Religion, undLiebe für das Evangelium sey! hat sich doch eine un-beschreibliche Lauigkeit und Gleichgültigkeit gegen alles,was Religion heißt oder mit Religion in Verbindungsteht, in die Gemüther eingeschlichen! wird doch soselten mehr über religiöse Angelegenheiten gesprochen!werden doch so selten mehr Religionsschriften gelesen!so selten, oder wenn es ja geschieht, doch so träge undgleichgültig die öffentlichen Versammlungen besucht,die öffentlichen Vorträge der Religion angehört! wirddoch die Unterweisung in den Wahrheiten des Chri-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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