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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
167
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1673. 4.); bald die Drohungen und die Wuth des Pö-bels (Joh. 5, 16.); bald die Verderbtheit seinesVolks (Matth. 13, 14. 15.); bald die Ungelehrig-keit seiner Jünger (Marc. 4, 13.); bald der Abfallseiner Verehrer (Joh. 6, 66.): kurz, manchen schwe-ren Gang mußte er gehen, wenn er treu bleibenwollte bis in den Tod; durch Leiden gieng er emporzur Herrlichkeit. Allein, so ist nun einmal die Bahnder Tugend beschaffen: wer sie standhaft wandern will,muß manchmal durch Dornen und Disteln sich durch-drängen, manchmal steile Felsen mit Mühe ersteigen,manchmal heftige Stürme aushalten. Wir kennenja alle die Macht der Sinnlichkeit, die Macht desGesetzes in unsern Gliedern, welches widerstreitetdem Gesetze in unsrer Vernunft. Wir wissen es ja,wie schwer es hält, seine Neigungen zu verändern,seine Begierden zu beherrschen, seine Gewohnheitenabzulegen. Die verführerischen Reitze der Sünde lie-gen ja am Tage und die ernste Gestalt der Tugendist für das sinnliche Herz oft nur gar zu abschreckend.Wir erleben ja oft genug die widrige Erfahrung,daß das Laster und die Thorheit blüht und glänzt,indeß der Redliche umsonst seine Hände in Unschuldwäscht. Wir sehen es ja, daß die Tugend nicht alleineben sowohl wie die Untugend die Leiden und Trüb-sale des Lebens erfahre, sondern auch manches schmerz-liche Opfer von uns verlange, wenn wir um ihrent-