⁵⁰154Zeit kommen, wo diese Räthsel des Schicksals sich lö-sen, wo diese Mislaute in Harmonie übergehen; eineZeit, wo (Hiob 3.) die hier Verdammten nicht mehrzittern, wo die Müden Ruhe finden, wo die hierGebundenen Friede haben und nicht mehr hören desDrängers Stimme; eine Zeit, wo der Verkannteerkannt, der Verfolgte entschädigt, der Dulder er-quickt, der Märtyrer gekrönt wird. Dies glaubenwir, und können und müssen es glauben. Und durchdiesen Glauben und nur durch ihn lernen wir es be-greifen, daß wir bey allem Misgeschickdoch in dem Reiche eines gerechten Got-tes leben. Das ist doch ein köstliches Ding, Ge-liebte, daß wir unsterblich sind!„Dir, o Dir, vollendeter Erlöser, danken wir„es, daß dieser Glaube, der uns Gott als die Gerech-„tigkeit, Weisheit und Liebe verehren lehrt und der„ unsre Tugend und unsre Ruhe begründet, in unserm„Herzen so fest, so unerschütterlich geworden ist. Du„ hast dem Tode die Macht genommen, hast Leben und„unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Du„ bist schon eingegangen ins Land der Vollendung„und Vergeltung. Einst folgen wir dir nach. Wie„du, wollen wir den Kampf der Tugend treulich käm-„pfen; wie du, die Bahn der Leiden standhaft wan-„deln; uns soll, wie dich, der Glaube an das ewige„Leben ermuntern, beruhigen, kräftigen, trösten.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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154
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