S155bis aufs Blut; verfolgt, bis man ihn in der vollenBlüthe und Kraft seines Lebens am Kreutze den Todder Missethäter sterben sah! O meine Freunde, wasfür eine schreckliche Vorstellung! was für ein Schick-sal! was für eine Weltregierung, wenn dies dasSchicksal der reinsten uneigennützigsten Tugend ist!Und Er ist nicht der einzige, dem es auf der Bahnder Tugend so ergieng. Es giebt der Gerechten viele,denen es geht, als hätten sie Werke der Gottlosen;und der Gottlosen im Gegentheil viele, denen esgeht, als hätten sie Werke der Gerechten. (Ps. 73.) ...So war es, so ists und so wirds noch länger seyn.Wir sehen (Pred. Sal. 4, 1.) der Menschen so vieleunter der Sonne, die Unrecht leiden; sie weinenThränen, denn sie haben keinen Tröster, und die, dieihnen Unrecht thun, sind zu mächtig, so daß sie kei-nen Tröster haben können. Saget, wer könnte auchnur seine Augen mit Zufriedenheit und getrostemMuthe aufschlagen, wenn er solchen Ungerechtigkeitendes Schicksals ohne Erklärung und Beruhigung zuse-hen müßte? wer könnte Lust und Muth haben, ineinem Staate zu leben, wo das Verdienst unbelohnt,das Verbrechen unbestraft bleibt? wer könnte seinDaseyn des Wunsches werth halten, da wo die Tu-gend keine sichere Zuflucht finden und das Laster sichdurch einen einzigen kühnen Streich aller Strafgerech-tigkeit entziehen kann? — Nein, es muß einmal eine
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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