Druckschrift 
Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

151⁵⁰So muthlos und betrübt ein Vater und eine Mutterohne diesen Glauben bey der Erziehung ihrer Kinderseyn würden: so muthig und freudig werden sie sichmit demselben ihre Erziehung angelegen seyn lassen;denn sie wissen, daß ihre Mühe und Sorge nicht imfrühen Tode zu Grabe getragen werde, sondern eineSaat sey zur ewigen Erndte! O die Bedaurenswür-digen, in denen dieser Glaube nicht lebendig werdenkann; die es nicht fühlen, was ihre Seele ahndet,daß alles, was das Schicksal an uns thut, Entwicke-lung und selbst der Tod Geburt zu neuem Leben seylPreise sich glücklich, wer sich unsterblich fühlt und sei-nen Gott als einen allweisen Regenten verehren kann!Lasset uns fest halten, Geliebte, an diesem Glauben,ohne den wir Gott nicht als einen weisen Gott anbe-ten können und ohne den unsee Tugend gefährdet,unsre Ruhe untergraben wird! Ja, ja, es ist fürunſre Ruhe und für unſre Tugend ein köſtliches Ding,daß wir unsterblich sind! Wollen wir nocheineIII. dritte Betrachtung hinzusetzen? Nun, solasset uns noch einen Blick ins Grab des Herrn wer-fen. Von diesem unserm großen Meister sagte einstPetrus (Apost. Gesch. 10, 38.), er sey umhergegan-gen und habe wohlgethan. Und fürwahr, er konntenicht kürzer und nicht treffender das Bild seines Le-bens entwerfen, als mit diesen inhaltsreichen Wor-