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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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55Regenten bestimmt; die Ereignisse der Welt erfolgtendann nicht nach Gesetzen der Weisheit: wer könnteda Muth fassen, wer könnte da Vertrauen zu Gotthaben, wer könnte da seine Zuversicht auf ihn setzen?Wir müßten ja, je weiser und besser wir wären, destomuthloser und verzweifelter dahin gehen und es mitschrecklicher Angst abwarten, wann es dem hartenGebieter gefiele, uns arme Würmer darnieder zu tre-ten. Das ist ein köstliches Ding, m. Fr., daß wirden Glauben an ein ewiges Leben haben! Blos die-ser Glaube rettet uns den erfreulichen Glau-ben an Gottes Weisheit und hiermit unsreRuhe, unsre Zufriedenheit, unser Vertrauen. Sotrostlos wir ohne diesen Glauben den Weg zur Weis-heit wandeln müßten: so muthig werden wir ihnwandeln mit demselben; denn nun sehen wir, daßwir es weit, weit genug bringen können. So ver-zagt wir ohne diesen Glauben den Kampf der Tu-gend kämpfen müßten: so getrost werden wir ihnkämpfen mit demselben; denn nun sehen wir, daß essich der Mühe verlohne, alle seine Kraft aufzubietenund emporzuringen. So voll Unwillens wir ohnediesen Glauben unsern Blick abwenden würden vonjenen rohen der Wildniß preisgegebenen Menschen:so gelassen werden wir mit demselben unsern Blickauf denselben ruhen lassen, in der tröstlichen Hofnung,daß einstens auch ihnen das Licht aufgehen werde.