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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
148
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14Sberufen fühlen; wie viele Fähigkeiten und wie vielDrang, etwas Größeres und Besseres zu werden,verspüren wir selbst dann noch in uns, wenn wir bisins hohe Alter, bis ans Grab uns hinaufgearbeitethaben! Und wenn wir vollends noch jener Unglückli-chen gedenken wollen, die noch weniger wie wir vomSchicksale begünstigt sind und es nicht einmal so weitbringen wie wir, jener Verwahrloseten, die von des-potischen Beherrschern gedrückt, mit ihrer Vernunftin Fesseln gelegt, oder wohl gar der Wildniß preisgegeben sind und nur wenig über die Thiere des Fel-des sich haben erheben können; wenn wir der Früh-dahingesunkenen gedenken wollen, die schon in derKnoſpe erſkickten, ohne aufzublühen, ohne zu reifen:o meine Freunde, was wollen wir dazu sagen undwie muß uns dabey zu Muthe werden, wenn unsnicht der Glaube an das ewige Leben auf einen Stand-punkt versetzte, wo wir mit unserm Schöpfer undmit unserm Daseyn zufrieden werden können. Werwäre Gott, und wer wären wir, wenn wir nicht un-sterblich wären? Wir wären gar elende Kreaturen,und Gott ihr möget es euch ſelbſt denken, was fürein Gott dann unser Schöpfer wäre. Dieser Gotthat so mannichfaltige und edle Fähigkeiten des Geistes-und Herzens in uns gelegt: und sie sollen nicht ent-wickelt werden! Dieser Gott hat uns Anlagen undDrang gegeben, etwas Großes zu werden: und nun.