S147Mühe zu groß, kein Kampf zu schwer war, wenn esdarauf ankam, Gutes zu wirken; die sich selbst ver-gessen konnten aus Liebe gegen ihre Mitmenschen; diemit ihrer Liebe, wenn sie es gekonnt hätten, die ganzeWelt würden gesegnet haben; die sich von dem Wegeder Gerechtigkeit und Liebe nicht abwendig machenließen weder durch Gegenwärtiges noch Zukünftiges,weder durch Hohes noch Niedriges, weder durch Glücknoch Unglück, weder durch Begünstigungen noch durchVerfolgung; Menschen, die man wegen ihres göttli-chen Sinnes für Engel hätte halten sollen. Sie wa-ren aus unserm Geschlechte, sie waren Menschen, siehatten, wie wir, ein menschliches Herz. In unsAllen liegen die edlen Keime der Weisheit und Tugendund sie können in uns allen entwickelt werden. DasExempel dessen, dessen Andenken wir heute feyern,zeigt es uns ganz anschaulich, bis wie weit wir nachdem Bilde Gottes verkläret werden können. — Aberach, wenn wir jene Menschen voll Weisheit und Tu-gend, jene Engel in Menschengestalt erblicken unduns mit ihnen vergleichen; wie müssen wir uns dannso klein erscheinen! Was ist dann der Weiseste vonuns? was der Tugendhafteste? Wie viele Keime sin-den wir dann noch unentwickelt in uns liegen; wieviel Göttliches finden wir dann noch in uns schlum-mern; wie tief erblicken wir uns dann noch unter derHöhe der Vollendung, zu der wir emporzusteigen unsK 2
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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147
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