0140worten, die ich bey dieser Betrachtung zum Grun-de lege:1 Cor. 15, 19. Hoffen wir allein in diesemLeben auf Christum, so sind wir dieelendesten unter allen Menschen.Er will sagen: wenn unsre Ahndungen, unsreHofnungen, die wir als Christen haben, auf diesesErdenleben beschränkt sind und mit unsrer oft so kur-zen irdischen Laufbahn zu Ende gehen: dann sind wirdie elendesten, die unglücklichsten Geschöpfe, dann sindwir im immerwährenden Widerspruche mit uns selbstund haben — wenn wir anders bey Sinnen sindvor Gott und vor der Welt und vor uns selbst nichtRuhe noch Rast. Aberdas ist ein köstliches Ding, daß wirunsterblich sind! Dennnun erscheinen uns Gott und Welt in einem tröstlichen,erfreulichen Lichte, und nun erscheinen wir uns selbst inder Würde, die uns den Tugendkampf zu verdienendünken muß. Unsre Tugend und unsre Ruhe,ſaget was wollen wir mehr? — unſre Tugend undunsre Ruhe werden durch den Glauben an Unsterb-lichkeit gegründet und gesichert. Wie wahr dies sey,das wird sich ganz leicht und natürlich aus folgendenBetrachtungen ergeben.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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140
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