Sheit zur Gründlichkeit, in der Tugend zur Standhaf-tigkeit und in der Liebe zur Lauterkeit bringt. Wirstreben nach Weisheit: und viel, sehr viel müssenwir nachdenken, über manches Vorurtheil uns hin-ausarbeiten, viele Erfahrungen machen, über mancheThorheit uns schämen, ehe wir die Weisheit finden,die unserm Geiste Genüge thut und unser Herz mitGott und der Welt zufrieden stellt. Wir streben nachTugend: und ach, wie viele widerstrebende Lüste un-sers sinnlichen Herzens haben wir da zu bändigen,wie manchen Kampf gegen die Versuchung zu beste-hen, ehe wir des Sieges gewiß und in unserm Ge-müthe stark und fest werden. Wir lassen es uns an-gelegen seyn, christliche Liebe zu üben: und wie oftmüssen wir unserm Herzen Gewalt anthun, wie oftunsre Kälte, unsre seindselige Bitterkeit und unsernEigennutz bezwingen, ehe die Liebe, die wir beweisen,aus einem reinem Herzen entspringt. Und ohne die-sen weisen, tugendhaften und liebevollen Sinn, darfsich doch keiner rühmen, er wandle den Weg I. C.;denn dies kann man nur von demjenigen sagen, derso wie Jesus selbst denkt und handelt und liebt. Waswerden wir nun von diesen erwarten dürfen, denenwir heute das Fest feyern?erben sie Entschlossen-heit genug haben, den ihnen gewiesenen Weg zu be-treten? Muth genug, auf demselben zu beharren?Klugheit genug, um sich nicht zu verirren? Vorsicht
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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91
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