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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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50Sie sollen es gut mit einander meynen; sollen gemein-schaftlich für's allgemein Beste wirken; sollen sich untereinander beystehen; sich unter einander Rath, Trostund Hülfe geben; sollen nicht blos ein Jeder auf dasSeine, sondern auch auf das, was des Andern ist,sehen; sollen ihr Herz vor Niemanden verschließen;sollen jeden Menschen als Menschen, als Kind Got-tes, als Bruder achten; sollen selbst keinen Thorenverstoßen, keinen Ungläubigen verfluchen, keinen Sün-der verdammen, eingedenk des großen Vaters, vordem wir Alle fallen oder stehen. Daran kann mandie Bürger des Reichs Gottes, die Jünger Jesu er-kennen, daß sie Liebe unter einander haben. (Joh.15, 35.) O welch eine Liebe hat uns der Vater er-zeigt, daß wir uns im Reiche seines Sohnes als seineKinder betrachten können! Laßt sein Reich einmalsich über alle Welt verbreiten, laßt die Verbrüderungeinmal in allen Herzen Wurzel schlagen: dann wird essich erst völlig zeigen, daß nichts Größeres und Schö-neres zu denken sey, als dieses Gottesreich, das Reichder allgemeinen Verbrüderung! Es ergiebt sich end-lich viertens von selbst; daß wir in dem Reiche Got-tes durch dieses alles4) Der ächtesten Beglückung fähig undwürdig gemacht werden; und dieses ist derletzte Zweck desselben. Sie sollen nicht verlohren wer-den, sagt Jesus, sondern sie sollen ewiges Leben