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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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46#Nazareth sey es, der dieses Reich gründen werde.Was ist das für ein Reich? dieser Gedanke wardihm bey seiner Wahrheitsbegierde und Frömmigkeitso wichtig, daß er eines Abends in aller Stille zuJesu hingieng und ihn selbst über diesen Punkt umBelehrung bat. Er erhielt was er wünschte, undhörte wundergroße Dinge, Dinge, die noch nie ineines Menschen Sinn gekommen waren. Was istdas für ein Reich, das Reich Gottes? so lasset auchuns einmal fragen.Nach dem gemeinen Sprachgebrauche müßteman unter dem Reiche Gottes die ganze Welt verste-hen; denn wo hat Gott nicht zu befehlen? wo regierter nicht? wo geschieht nicht Alles nach seinem Willen?Himmel und Erde und alles was darinnen ist, istSein; überall ist sein Reich. Allein der gemeineSprachgebrauch kann uns keine deutliche Auskunftgeben. Denn die Schriftsteller des neuen Testamentswaren aus dem Judenthume hervorgegangen; sieschrieben in einer Sprache und nach Begriffen, woransie als Juden gewohnt waren; Jesus selbst redete alsJude zu Juden in jüdiſcher Sprache und nach jüdiſchenVorstellungen: wir können also ihre Meinung, wennſie vom Reiche Gottes reden oder ſchreiben, nur dannentdecken, wenn wir darauf Acht haben, was dieserAusdruck nach dem jüdiſchen Sprachgebrauche bedeu-tete. Und hier bitte ich denn folgendes zu bemerken: