⁵⁶44rung hernehmen, auch in uns eine so angenehme Har-monie zu bringen, damit wir werden, wie diese Früh-lingsnatur ist. Die Luft ist so rein, so heiter: heitersey auch unser Geist, rein von aller Unlauterkeit seyunser Herz; keine niedre Leidenschaft verblende uns,keine Unredlichkeit schände unsern Sinn. Es ist sostill und doch so lebendig: stiller Friede wohne auchin unsrer Brust und stille Thätigkeit sey unser Ver-dienst; Gutes wirken und an Gott glauben, das machtstille und lebendig. So reich ist die Natur, so erqui-ckend, so versorgend, so in sich selbst voll und überflie-ßend: reich werde auch unsre Seele an Weisheit, anEinsichten, an edeln Gesinnungen, an Liebe. Allesin der Natur befindet sich in der schönsten Ordnung,alles ist, wie man es im Frühlinge erwartet: auch inuns sey es zu jeder Zeit, wie es zu jeder Zeit seynsoll; stets innere Uebereinstimmung zwischen Geist undHerz, zwischen Gewissen und Freyheit, zwischen Ue-berzeugung und Leben, zwischen Neigung und Pflicht.Dann, dann passen wir zu Gottes schöner Welt, dannsind wir in seinem Reiche die Bürger, die darein ge-hören. Dann werden wir den Frühling des Herrn,se öfterer er wieder erscheint, desto schöner und herr-licher finden; — herrlicher, m. Br. aber keinen, als den,der erscheinen wird, wann die Zeiten dieser Erde ver-.gangen sind!
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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