⁵⁰39Die Erfahrung kann es uns lehren, daß er nicht ver-gebens geglaubt und gehofft hat: Gottes Rath iſt zwarmanchmal in der Menschen Augen wunderbar, aberzuletzt führt er Alles herrlich hinaus, zuletzt erscheintseine Herrlichkeit und seine Hülfe, seine Weisheitund seine Liebe so gewiß, wie jetzt der lange ersehnteFrühling. Darum laßt uns geduldig seyn, liebenBrüder; (Jac. 5, 7. 8.) sehet, der verständige Acker-mann sehnt sich nach der köstlichen Frucht der Erdeund wartet doch geduldig auf Frühregen und Spät-regen, lasset uns geduldig seyn und unsre Herzenstärken! —IV. Lasset uns abermals einen Blick in die Na-tur werfen. Sie gewährt uns in der That einen fröh-lichen Anblick. Welch ein Reichthum von mancherleyGaben lacht uns entgegen! was für eine Herrlichkeitund Pracht! was für ein reges Leben! welch eineMunterkeit und Regsamkeit, was für eine Kraft, diealles so gewaltig hervortreibt! was für eine Schön-heit und Blüthe! Wer kann dieses alles anschauen,ohne sich von inniger herzlicher Freude belebt zu füh-len? — Aber, wer kann sich auch den Wechsel vor-stellen, dem dieses alles unterworfen ist, ohne derFlüchtigkeit und Eitelkeit alles Irrdi-schen eingedenk zu werden? Der Winter istvergangen, der Frühling wird auch nicht bleiben.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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39
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