36#wenn man nach Früchten greift, ehe man das Seinigedazu treulich und redlich gethan hat und ehe sie habenreif werden können? Blos warten und nichts thun,das ist eitel und sündlich; etwas thun und gleich aufder Stelle die Frucht der Arbeit, ohne zu warten, ſe-hen wollen, ist thöricht und widerstreitet der Pflichteines guten und frommen Menschen: aber mit allerUeberlegung und aus allen Kräften, in jedem Augen-blicke und in jeder Lage sein Werk thun und dannruhig, stille und gläubig die Fügungen Gottes erwar-ten, das ist weise und recht, das ist gethan, wie manthun soll. Gedenket unsers Herrn und Meisters.Mit einem Herzen voll warmen Eifers und innigerLiebe zog er umher, das Evangelium zu verkündigen;mit rastloser Thätigkeit wirkte er zur Verbreitung derWeisheit und Tugend: und es gelang ihm dem An-ſcheine nach nicht, denn noch in den letzten Tagen ſei-nes arbeitsvollen Lebens weinte er eine Thräne desBedaurens über die, die nicht hatten bedenken wollen,was zu ihrem Frieden dient. Aber so viel Arbeitund Kampf es ihn auch kostete: er arbeitete und kämpf-te aus allen Kräften; es ſtärkte ihn das Bewußtſeyn,daß er Gottes Werk wirke, und der Glaube, daßGott das angefangene Werk, trotz allem menschlichenWiderstande, zu seiner Zeit glücklich vollführen wer-de; diesem Gott stellte er Alles anheim, zu ihm beteteer mit ruhiger Ergebung „Herr, dein Wille geschehe!"
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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38
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