#29Hohelied 2, 11. 12. Siehe, der Winter istvergangen, der Regen ist weg und dahin,die Blumen sind hervorgekommen im Lan-de, der Lenz ist herbeygekommen, dieTurteltaube läßt sich hören im Lande.7Ja, so ungefehr ist es jetzt, wie es hier geschildertwird, ganz anders, als es vor einigen Wochen war.Werfet mit mir in der heutigen Frühstunde einigeBlicke in die Natur, zur christlichenFeyer des lange erwarteten und jetztendlich erscheinenden Frühlings.I. Sehet, das Todte ist wieder „aufgelebt.Die erstarrten Felder werden wieder erwärmt; derSchooß der Erde wird wieder geöffnet; die erstarrtenBäume treiben wieder Knospen und Laub; die ver-welkten Pflanzen sprossen wieder hervor und tragenwieder neue Blüthe im Munde; die entschlummertenSänger lassen ihre Stimmen wieder ertönen. Und desWiederaufgelebten ist so „Viel;“ der Felder und Gär-ten und Fluren, der Bäume und Pflanzen und Thie-re, die aus der Erstarrung, aus dem Schlummerdes Todes wieder erwacht ſind, ſo viele; daß keineZahl sie ausspricht, kein Maasstab sie ausmessen, keinMensch, und hätte er auch Engelzungen, sie alle ver-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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