24✋⁹über manche widrige Erfahrungen hinwegsetzen? soll-ten wir uns dann nicht zufrieden geben können, wennwir sehen, daß etwa noch hie oder da ein Unmenschſeinen Nebenmenſchen mishandelt, daß noch hie undda ein Priester des Aberglaubens seine Gläubigen mitGespenstern ängstigt; daß noch hie und da eine trägeoder mit Vorurtheilen angefüllte Obrigkeit das Kir-chen= und Schulwesen versäumt; sollten wir uns, sageich, bey so manchen schönern Erfahrungen über dieseunangenehmern nicht erheben und der tröstlichen Hoff-nung Raum geben können, daß es werde besser werdenmit unserm Geschlechte! Und wenn wir in den Um-ständen unsrer gegenwärtigen Zeiten für diese unsreHoffnung Nahrung finden, wie könnten wir dannhierin wohl eine Bestätigung unsers Glaubens an diegöttliche Vorſehung verkennen? — Doch, geſetzt auch,es sey nicht zu erweisen, daß das menschliche Geschlechtvon Jahrhundert zu Jahrhundert gereift und vorwärtsgeſchritten ſey; o m. Fr., auch dann dürften wir unsin unserm Glauben an die Vorsehung nicht irre machenlassen. Dann sähen wir die Erde als eine von denClassen der großen Schule Gottes an, worin die Men-ſchen für hoͤhere Weisheit und Tugend zubereitet wür-den. Die Menschengeschlechter, welche hier nach ein-ander leben, verlangten dann gar nicht, ihre Vor-fahren immer zu übertreffen; wären zufrieden, wennim Ganzen genommen zu jeder Zeit ein ungefehr glei-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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