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Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert : ins Dt. übertragen u. m. Fussnoten versehen von Georg Jacob
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AUS DEM 6. KLIMA 27

Schiffer macht sich nun an es heran und kraut seine Stirn heftig, was demJungen angenehm ist. Dann legt er die Klinge mitten auf den Kopf desselben,nimmt einen starken eisernen Hammer und schlägt mit ihm aus vollen Kräftendreimal auf die Klinge. Den ersten Schlag spürt es nicht, aber beim zweitenund dritten gerät es in große Erregung, und bisweilen trifft es mit seinem Schwänzeetwas von den Schiffen und zerschellt sie, und es bleibt in heftiger Bewegung, bisErmattung es überkommt. Dann zieht es die Schiffsmannschaft mit vereintenKräften bis an den Strand. Bisweilen bemerkt die Mutter des Jungen seine Er-regung und verfolgt sie 1 ). Dann halten sie eine große Quantität von pulverisiertemKnoblauch in Bereitschaft und mischen damit das Wasser. Wenn sie den Geruchdes Knoblauchs riecht, findet sie ihn abscheulich 2 ), macht kehrt und tritt denRückzug an. Dann zerschneiden sie das Fleisch des Jungen und pökeln es ein 3 ).Und sein Fleisch ist weiß wie Schnee und seine Haut schwarz wie Tinte.

BÄNI und ARISCHA (Trapani und Erice)«)

sind zwei Städte im Frankenlande, die beide mit dem Namen ihres Erbauers benanntwurden. Was Bäni anlangt, so ist es der Name des Königs jener Gegend in alterZeit und Arischa der Name seiner Gattin. Was aber die Stadt des Bäni anlangt,so ist es eine angesehene Stadt, in deren Mitte sich eine Marmorsäule befindet, undauf dieser Säule steht das Bild des Bäni, als ob er auf das Meer nach dem Eintreffenseiner Schiffe von Afrika her ausspäht. Eine Meile weit von der Stadt des Bäniliegt die Stadt der Arischa, und in der Mitte der Stadt steht eine Marmorsäule,auf der sich das Bildnis der Arischa befindet. Sie sind beide aus Marmor gebildetzum Gedächtnis ihrer beider 5 ), und man nennt die beiden Städte mit ihrer beiderNamen, und Allah verleiht Beistand.

*) Vgl. dazu Brehm, 4. Aufl., Säugetiere 3, S. 500, wo geschildert wird, mit welchem Mutdie Walfischmutter ihre Jungen verteidigt.

*) Statt istab l athat- der Wüstenfeldschcn Ausgabe ist istabscha'at- oder das ziemlichgleichbedeutende istaschna'at- zu lesen.

3 ) Brehm sagt vom Schwarzwal, 4. Aufl., Säugetiere 3, S. 472:Fleisch und Speck werdenirisch gegessen und eingesalzen getrocknet. Je frischer das Fleisch zerschnitten wird, desto besserder Geschmack."

4 ) Im Altertum = Drcpanum und Eryx. Daß die erste Silbe von Trapani abgefallen ist,erklärt sich wohl daraus, daß das Arabische in Ermangelung eines p Trabani schreiben mußteund dieses an das im Text vorkommende Wort bäni = Erbauer anklang. Dieser Artikel wurdeaufgenommen, weil er wahrscheinlich aus 'Udhri stammt und möglicherweise für die Reiserouteder Gesandtschaft, und zwar vermutlich für die Rückreise in Frage kommt. Mit der Festlegungder Reiseroute aber hängen viele wichtige Fragen zusammen, die noch ungeklärt sind.

6 ) Das Standbild der Frau ist jedenfalls das der Venus Erycina, die in Eryx einen berühmtenTempel besaß, auch auf den Münzen der Stadt dargestellt ist. Noch heute wird zu dem wunder-tätigen Madonnenbild am Eryxberge, dem jetzigen Monte Giuliano, viel gewallfahrtet. Der Kult'st wahrscheinlich phönikischen Ursprungs. Das Standbild des Mannes vermag ich nicht mitvollkommener Sicherheit zu deuten. Der eigentliche Erbauer von Drepanum war Hamilcar Barcas.Auf ihn würde ja die Angabe, daß er seine Schiffe von Afrika zu erwarten scheine, vortrefflichpassen. Legt man Gewicht darauf, daß der Dargestellte als Gemahl der Venus bezeichnet wird,so könnte es Anchises gewesen sein, den man nach Vergil am Eryx begrub und dessen Kulta uf Sizilien Wurzel geschlagen zu haben scheint; zugleich galt er ja als Ahn des julischen Kaiser-hauses. Vgl. jedoch Movers, Die Phönizier II, 2, S. 323:Als phönizisch ist . . . der Kultdes Poseidon auf dem Berge Eryx anzusehen. Der Mccrgott galt hier für den Gatten derer ycinischen Aphrodite. Lustwandelnd am sizilischen Gestade war sie einstens, wie dieerycinischc Sage erzählt, von Poseidon gesehen worden, hatte mit ihm sich vermahlt und soden Eryx geboren."